Klausentreiben in Sonthofen – Ein uralter Brauch voller Mystik und Tradition
Wenn Anfang Dezember die Dunkelheit über Sonthofen hereinbricht und plötzlich schwere Kuhschellen durch die Straßen dröhnen, weiß man: Das Klausentreiben in Sonthofen beginnt.
Fell, Hörner, kunstvoll geschnitzte Holzmasken, Ruten und mächtige Schellen verwandeln die Sonthofer Innenstadt für einige Stunden in eine ganz besondere Welt. Die sogenannten Rumpelklausen ziehen durch die Straßen und sorgen mit ihrem wilden Erscheinungsbild und dem ohrenbetäubenden Glockengeläut für Gänsehaut bei Groß und Klein.
Wer Anfang Dezember seinen Urlaub im Oberallgäu verbringt, sollte sich dieses besondere Stück Allgäuer Brauchtum nicht entgehen lassen. Das Klausentreiben in Sonthofen gehört zu den eindrucksvollsten Winterbräuchen der Region und verbindet Geschichte, Handwerk, Gemeinschaft und eine gehörige Portion Mystik.
Was ist das Klausentreiben?
Beim Klausentreiben ziehen Klausen in traditionellen Fellgewändern und mit aufwendig gestalteten Masken durch die Straßen. Ihre schweren Schellen sind schon von weitem zu hören. Dazu kommen Geweihe, Hörner und Ruten, die den Figuren ihr unverwechselbares und teilweise furchteinflößendes Aussehen verleihen.
Die Tradition ist im gesamten Alpenraum in unterschiedlichen Formen verbreitet. Im Allgäu gehören insbesondere die Klausen und Bärbele fest zur Adventszeit. Der Brauch wird häufig mit vorchristlichen Winterbräuchen in Verbindung gebracht, bei denen Lärm und furchteinflößende Gestalten eine Rolle spielten. Die genaue Entstehung des Klausentreibens lässt sich heute jedoch nicht eindeutig rekonstruieren. Historiker gehen davon aus, dass sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedene vorchristliche und christliche Traditionen miteinander verbunden haben. Schriftliche Belege für den Brauch reichen deutlich weniger weit zurück als manche Legenden vermuten lassen.
Gerade diese Mischung aus Geschichte, Mythologie und regionaler Überlieferung macht das Klausentreiben bis heute so faszinierend.
Warum laufen die Klausen gerade Anfang Dezember?
Der Termin rund um den 5. und 6. Dezember steht eng mit dem Nikolausfest in Verbindung. Im Laufe der Christianisierung wurden ältere Winterbräuche teilweise mit christlichen Festen verbunden. So entstand eine Tradition, in der der Heilige Nikolaus und seine wilden Begleiter nebeneinander Platz fanden.
Im Allgäu hat sich daraus eine ganz eigene Form entwickelt: Wenn die Tage kurz und die Nächte lang sind, ziehen die Klausen mit ihren Schellen durch die Ortschaften.
Das laute Glockengeläut gehört dabei genauso zum Erlebnis wie die imposanten Masken und Fellgewänder.
Rumpelklausen in Sonthofen – Gänsehaut garantiert
Besonders beeindruckend ist das Klausentreiben in Sonthofen. Sobald die ersten Klausen auftauchen, verändert sich die Atmosphäre der Stadt.
Aus der Ferne hört man zunächst nur ein dumpfes Schellen. Dann werden die Geräusche lauter. Menschen bleiben stehen, Kinder schauen neugierig auf die Straße und plötzlich erscheinen die ersten Gestalten im Schein der Straßenlaternen.
Die Rumpelklausen bewegen sich durch die Menge, präsentieren ihre kunstvollen Masken und sorgen mit ihren Ruten für das typische Klausenerlebnis. Für Zuschauer bedeutet das: Abstand halten, aufmerksam bleiben und das Spektakel genießen.
Denn wer sich den Klausen zu sehr nähert, kann durchaus einmal eine spielerische Berührung mit der Rute erleben.
Heute steht dabei vor allem das Erlebnis und die Pflege des Brauchtums im Mittelpunkt. Das Klausentreiben soll Menschen zusammenbringen und eine Tradition lebendig halten, die tief mit der Kultur des Allgäus verbunden ist.
Die Masken – jedes Gesicht ist ein Einzelstück
Was beim Klausentreiben sofort ins Auge fällt, sind die Masken.
Viele dieser sogenannten Larven werden mit großer handwerklicher Leidenschaft hergestellt. Hörner, Geweihe, Fell und markante Gesichtszüge machen aus jeder Maske ein individuelles Kunstwerk.
Auch das komplette Klausen-Häs, also die traditionelle Kleidung, ist aufwendig. Felle, schwere Schellen und die Maske machen die Figuren nicht nur optisch beeindruckend, sondern auch körperlich anspruchsvoll.
Gerade deshalb lohnt es sich, beim Klausentreiben einmal genauer hinzusehen. Hinter jeder furchteinflößenden Gestalt steckt viel Arbeit, Handwerk und persönliche Leidenschaft.
Warum die Kuhschellen so wichtig sind
Kein Klausentreiben ohne Schellen.
Das tiefe, unregelmäßige Läuten der schweren Kuhschellen gehört zu den charakteristischsten Geräuschen des Allgäuer Winters. Schon bevor eine Gruppe von Klausen sichtbar wird, kündigt sich ihr Kommen durch das Schellengeläut an.
Wenn mehrere Klausen gleichzeitig durch die Straßen laufen, entsteht ein beeindruckender Klangteppich, den man nicht nur hört, sondern beinahe körperlich spürt.
Genau dieses Zusammenspiel aus Dunkelheit, Schellen, Masken und Bewegung macht das Klausentreiben zu einem Erlebnis, das man kaum mit einer gewöhnlichen Adventsveranstaltung vergleichen kann.
Klausentreiben in Sonthofen 2026
Wer das Klausentreiben in Sonthofen 2026 erleben möchte, sollte Anfang Dezember einen Aufenthalt im Oberallgäu einplanen.
Rund um das Klausentreiben findet in Sonthofen außerdem der traditionelle Klausenmarkt statt. Für 2026 ist dieser vom 4. bis 6. Dezember in der Sonthofer Innenstadt angekündigt. Zwischen Marktbrunnen und Spitalplatz entsteht ein kleines Weihnachtsdorf mit Kerzenschein, Glühwein, Punsch, Leckereien und musikalischer Begleitung. Ein besonderer Klassiker ist die Feuerzangenbowle.
Damit lässt sich der Besuch des Klausentreibens wunderbar mit einem gemütlichen Adventsnachmittag verbinden.
Erst durch die weihnachtlich geschmückte Innenstadt bummeln, einen heißen Punsch trinken und anschließend erleben, wie mit Einbruch der Dunkelheit die Klausen durch die Straßen ziehen – genau diese Kombination macht den Nikolausabend in Sonthofen so besonders.
Klausentreiben und Weihnachtsstimmung – eine außergewöhnliche Kombination
Auf den ersten Blick könnten Weihnachtsmarkt und Klausentreiben kaum unterschiedlicher sein.
Hier der warme Schein von Lichterketten, Glühwein und Weihnachtsmusik. Dort dunkle Gestalten, schwere Schellen und geheimnisvolle Masken.
Und gerade deshalb funktioniert die Kombination so gut.
Das Klausentreiben zeigt eine andere Seite des Allgäus. Neben der romantischen Winterlandschaft und den gemütlichen Weihnachtsmärkten gibt es hier auch jahrhundertealte beziehungsweise über Generationen weitergegebene Bräuche, die laut, wild und manchmal ein wenig unheimlich sein dürfen.
Ist das Klausentreiben für Kinder geeignet?
Das hängt stark vom jeweiligen Kind ab.
Für ältere Kinder kann das Klausentreiben ein faszinierendes Erlebnis sein. Die imposanten Masken, das Fell und vor allem das laute Schellengeläut sorgen allerdings dafür, dass kleinere Kinder schnell erschrecken können.
Wer mit Kindern kommt, sollte deshalb etwas Abstand halten und ihnen vorher erklären, was sie erwartet.
Auch Erwachsene sollten wissen: Die Klausen sind keine stillen Weihnachtsfiguren. Sie bewegen sich mitten im Geschehen und können Zuschauer spielerisch mit der Rute berühren.
Wer lieber aus sicherer Entfernung zuschaut, sucht sich am besten einen Platz am Rand des Geschehens.
Ein echtes Erlebnis für deinen Winterurlaub im Allgäu
Das Klausentreiben ist ein hervorragender Grund, einen Aufenthalt im Oberallgäu im Dezember zu planen.
Denn rund um Sonthofen wartet im Winter noch viel mehr: verschneite Wanderwege, gemütliche Hütten, Weihnachtsmärkte, Skigebiete und die beeindruckende Berglandschaft der Allgäuer Alpen.
Gerade die Kombination aus winterlicher Natur und lebendigem Brauchtum macht diese Jahreszeit besonders.
Unser Tipp vom Berg Fux Ferienhaus + Wohnungen
Wenn du das Klausentreiben in Sonthofen erleben möchtest, ist das Berg Fux Ferienhaus + Wohnungen ein idealer Ausgangspunkt für deinen Winterurlaub.
Nach einem Tag in der verschneiten Bergwelt kannst du dich in deiner Unterkunft aufwärmen und anschließend am frühen Abend nach Sonthofen aufbrechen. So lässt sich das Klausentreiben entspannt mit einem Besuch des Klausenmarktes verbinden.
Unser Tipp: Plane genügend Zeit ein. Nicht nur das eigentliche Klausentreiben ist sehenswert. Gerade die Stimmung in der Innenstadt kurz vor Beginn des Umzugs macht den Abend besonders. Wenn die Dämmerung einsetzt, die ersten Lichter leuchten und aus der Ferne die ersten Schellen zu hören sind, beginnt die ganz besondere Atmosphäre des Sonthofer Klausenabends.
Klausentreiben im Allgäu – mehr als nur ein Spektakel
Das Klausentreiben ist heute weit mehr als eine Veranstaltung für Besucher.
Es ist gelebtes Brauchtum.
Menschen investieren Zeit in die Herstellung ihrer Masken und Gewänder, Vereine organisieren die Veranstaltungen und ganze Gemeinden helfen dabei, die Tradition weiterzuführen.
Genau diese Gemeinschaft ist ein wichtiger Teil des Klausentreibens. Es geht nicht ausschließlich um Grusel oder darum, Zuschauer zu erschrecken. Es geht darum, ein Stück regionaler Identität sichtbar und erlebbar zu machen.
Wer das Klausentreiben zum ersten Mal sieht, wird wahrscheinlich vor allem die beeindruckenden Masken und das laute Schellengeläut in Erinnerung behalten.
Wer genauer hinsieht, entdeckt dahinter aber etwas viel Interessanteres: eine lebendige Tradition, die von Menschen aus der Region getragen wird.
Fazit: Klausentreiben in Sonthofen erleben
Das Klausentreiben in Sonthofen ist eines der außergewöhnlichsten Erlebnisse während der Adventszeit im Oberallgäu.
Furchteinflößende Masken, schwere Fellgewänder, mächtige Kuhschellen und das geheimnisvolle Treiben in der Dunkelheit sorgen für eine Atmosphäre, die man so schnell nicht vergisst.
Wer Anfang Dezember in Sonthofen Urlaub macht, sollte deshalb nicht nur nach Weihnachtsmarkt, Glühwein und Adventsstimmung suchen. Wer sich auf das Klausentreiben einlässt, erlebt eine ganz andere Seite des Allgäus – wild, mystisch, traditionsreich und ausgesprochen faszinierend.
Unser Tipp: Verbinde das Klausentreiben mit einem Besuch des Sonthofer Klausenmarktes und genieße anschließend die gemütliche Winteratmosphäre in Sonthofen. So wird aus einem einzelnen Abend ein besonderes Adventserlebnis im Oberallgäu.

